
© Wolfram Becker
Gerit
Kling
Vita
Gerit Kling wurde in Altenburg, Thüringen, geboren, studierte an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und war an namenhaften Theatern, wie z. B. dem Deutschen Theater, dem Staatstheater Schwerin oder den Nürnberger Landesbühnen engagiert. Mit der ARD-Serie Die Gerichtsreporterin wurde Gerit Kling einem breiten Publikum bekannt. In mehr als 30 Jahren folgten zahlreiche Film und Fernsehrollen, seit 2007 spielt sie die Notärztin in der ZDF-Serie Notruf Hafenkante. Jedoch blieb sie dem Theater bis zum heutigen Tag immer treu. Inzwischen führt Gerit Kling auch selbst Regie. 2019 inszenierte sie Falsche Schlange und übernahm gleichzeitig eine der Hauptrollen - das Stück ist seitdem immer wieder erfolgreich auf Theaterbühnen und Tournee. Mit ihrer Schwester Anja Kling hat sie das Buch „Dann eben ohne Titel … wir konnten uns mal wieder nicht einigen“ veröffentlicht, das eindrucksvoll und anekdotenreich die Vergangenheit in der DDR beleuchtet und was der Schauspielberuf aus beiden gemacht hat. Gerit Kling hat einen Sohn und lebt mit ihrem Mann, Wolfram Becker, in Potsdam.

© Wolfram Becker
Zwei Leben wie aus einem Guss
Das Publikum im Theater im Park war amüsiert von den bunten Erlebnissen, die Anja und Gerit Kling in Ausschnitten aus ihrem gemeinsamen Buch „Dann eben ohne Titel – Wir konnten uns mal wieder nicht einigen“ vorgelesen.
Elke Niedringhaus-Haasper
Bad Oeynhausen. Ob die Flucht im Trabi aus der DDR, ein Foto-Shooting mit Karl Lagerfeld oder die Begegnung mit der fürstlichen Familie in Monaco: Anja und Gerit Kling haben so Einiges erlebt. Und markante Episoden aus ihrem Leben in dem gemeinsamen, gerade erschienenen Buch „Dann eben ohne Titel – Wir konnten uns mal wieder nicht einigen“ verewigt. Einzelne Kapitel daraus stellten die fernsehbekannten Schauspielerinnen jetzt am Vorabend des Wiehrevereinigungstages als Lesung im Theater im Park vor. Und signierten in der Pause nicht nur ihre Bücher, sondern auch die Eintrittskarten des Publikums oder was immer zur Hand war.
Auf den ersten Blick könnten man sie trotz der fünf Jahre Altersunterschied für Zwillinge halten: Die gleiche Figur und Frisur, beide tragen die gleiche weiße Bluse, beige Stiefel und graue Hosen. Und dann auch noch der gleiche Beruf. „Wir werden oft verwechselt“, sagt Gerit Kling und erzählt davon, wie sie in einem Restaurant für ihre Schwester gehalten wurde.
Auch wenn sie sich nicht auf einen Titel einigen konnten: Die Kindheitserlebnisse der Kling-Schwestern sind wie aus einem Guss. Geboren in Wilhelmshorst bei Potsdam hatten sie dort noch die Zeiten kohlebeheizterener Heizungen erlebt. Haben die Windpocken genauso wie den Unterricht zur Einführung in die sozialistische Produktion durchgestanden, haben sich gegen den DDR-Sozialismus aufgelehnt und sind dann im Alter von 19 Jahren gemeinsam aus der DDR in den Westen geflüchtet. Auch wenn das Buch dichter. Auch literarischer Wurf ist: Im Publikum sorgten die launigen Episoden immer wieder für Erheiterung und fröhlichen Applaus. Auch weil auf einer großen Leinwand im Hintergrund Kindheitsfotos, Familienbilder und Urlaubsfotos die Geschichten illustrierten, die das Publikum genauso amüsierten wie die Erlebnisse aus dem bunten Leben der Schwestern.
Die Schwestern Gerit und Anja Kling haben im Theater im Park aus ihrem gemeinsamen Buch gelesen
Unterhaltsamer Einblick ins Privatleben
BAD OEYNHAUSEN (GAP). „Dann eben ohne Titel“ ist der vielsagende Titel des Buchs, das die beiden Schauspieler-Schwestern Gerit und Anja Kling mitten in der Corona-Zeit verfasst haben. Warum ohne Titel? Weil sie sich tatsächlich nicht einigen konnten, die beiden, die ansonsten fast immer „ein Herz und eine Seele“ sind, wie sie den Zuschauern versicherten. Um diesen Gleichklang von Kindesbeinen an bis ins reife Alter ging es in der szenischen Lesung am Sonntagnachmittag, mit der die beiden Schwestern einen unterhaltsamen Einblick in ihr Privatleben gegeben haben. Die Zuschauer haben dies sehr genossen, bei mach humorvoller Schilderung herzlich gelacht und die Schauspiel-Schwestern mit großzügigem Applaus gefeiert.
„Pack Deine Kindheit in die Tasche und lauf damit davon“, zitierte Gerit Kling eingangs Romy Schneider. Und stimmte damit auf das erste Kapitel der Lesung ein: die Kindheitserinnerungen. Die beiden Schwestern, nur durch fünf Jahre Altersunterschiede getrennt, durchlebten ihre Jugend in der ehemaligen DDR. Und dazu gehörte es offenbar, dass die ältere Schwester, Gerit, sich um die jüngere zu kümmern hatte, während die Mutter zur Arbeit war. Herzlich gelacht wurde da, als Gerit Kling mit leidenschaftlichen Worten erzählte, wie sie abenteuerlustig in die höchste Tanne des Gartens gestiegen war, dort oben aber „hängenblieb“ und so verwaiste, ihre jüngere Schwester in den Bus zum Schwimmanunterricht zu schicken. Anja Kling wiederum las die Episode, wie sie Windpocken hatte und ihre
Schwester darüber eine kindliche Gruselgeschichte schrieb und vortrug. Und diese sollte sie im Leben offenbar noch entscheidend weiterbringen: Gerit Kling, 1965 geboren, startete nach ihrem Schauspielabbi- [SIC] am Busch. Die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, zunächst wenig ambitioniert in Sachen Bühnenperformance, kam dank einer clever inszenierten „Vertrauensrolle“ für Gerit offenbar auf den Geschmack. In bunten Episoden schilderten die Schwestern sodann ihre beiden Wege auf die Bühne und ins Filmgeschäft. Babysitting war für die 16-jährige Anja Kling 1987 der Durchbruch mit „Grüne Hochzeit“, während Gerit Kling in Brandenburg debütierte, aber in der Bachakademie des Theaters hauste, weil sie als Untermieterin keine Wohnung hatte. Doch auch dies sollte sich ändern: Beide heirateten, gründeten Familie und ließen im Großverbund in einem Gemeinschaftshaus. So manche Episode aus dem Familiengeschehen erheiterte die Zuhörer.
Die beiden Schauspielgrößen, die man aus bekannten Fernsehserien, als Synchron- und Hörbuchprecherinnen kennt, zeigten sich bei ihrer Lesung sehr nahbar und „auf Augenhöhe“ mit so manchen Alltagsnöten. Besonders bewegend war die Schilderung der spontanen Flucht der beiden Schwestern – fünf Tage vor dem Mauerfall. Schöngekelt und direkt erzählten Gerit und Anja Kling von den Strapazen. Doch dann ging es weiter durch die bunte Welt der Chancen und Erfolge, die im Westen auf die Schwestern wartete.
PROGRAMME

© Wolfram Becker
"GLÜCK"
Was ist eigentlich Glück? Kann man es nur finden, wenn man es nicht sucht? Wie fühlt es sich an? Kann man es festhalten? Wird es mehr, wenn man es teilt? Ist es groß oder klein? Haben die anderen immer mehr davon? Wird es leicht übersehen? Entfaltet es seinen Glanz erst in unserer Erinnerung?
Wir haben Antworten gesucht in Texten von Philosophen, Dichtern, Schriftstellern und ganz normalen Menschen. Und keine gefunden. Dafür aber Geschichten, die vielleicht ein bisschen glücklich machen.
Programmdauer: 60 Minuten (ohne Pause)
Musikalische Begleitung: live oder vom Band
Darstellerinnen Optionen: Gerit Kling | Gerit Kling und Beate Maes

© Bernd Brundert

© Markus Nass
"EIFERSUCHT"
Aus Liebe strickt man Pullover, schreibt Gedichte, schickt Blumen, zeugt Kinder. Aus Eifersucht möchte man nur noch eins: Töten. Den Geliebten, die Rivalin, sich selbst. „Eifersucht” erzählt klug, humorvoll und absolut nachvollziehbar die Geschichte einer verrückten Konstellation.
Freuen Sie sich auf eine vergnügliche Geschichte mit unerwartetem Ausgang.
Programmdauer: 80 Minuten (Pause optional)
Musikalische Begleitung: ohne
Darstellerinnen Optionen: Gerit Kling und Beate Maes | Gerit Kling, Beate Maes und Nina Ensmann | Gerit Kling, Anja Kling und Annabella Zetsch

© Wolfram Becker
"DANN EBEN OHNE TITEL"
Das Leben in einer Großfamilie ist anstrengend und großartig zugleich. Die Schauspielerinnen Anja und Gerit Kling lebten mit ihren Familien und Eltern über 18 Jahre unter einem Dach. Dass es da manchmal drunter und drüber ging, kann man sich vorstellen. Die berühmten Schwestern haben nicht nur Geschichten aus dieser turbulenten Zeit zusammengetragen, sondern erzählen auch mit viel Humor und Herz Anekdoten aus ihrem bewegten Berufsleben vor der Kamera und auf der Bühne.
Anja und Gerit Kling laden Sie zu einer kurzweiligen und authentischen Lesung der besonderen Art ein.
Programmdauer: 90 Minuten (mit Pause)
Musikalische Begleitung: ohne
Darstellerinnen: Gerit Kling und Anja Kling
"HERR MOZART WACHT AUF"
Mozart war ein Mann der Extreme und bis heute ein Idol und unantastbarer Musiker. Wir präsentieren Ihnen einen Abend, den Sie vermutlich so noch nie gesehen und gehört haben. Mozart erwacht nach 200 Jahren in einer bizarren Umgebung und muss feststellen, dass nichts mehr so ist, wie es war. Ist er in der Hölle oder im Paradies? Was er allerdings sehr schnell erkennt, ist die Tatsache, dass er noch immer der populärste Musiker aller Zeiten ist.
Dieser Abend ist nicht nur ein göttlicher Spaß mit der Schauspielerin Gerit Kling, die in unterschiedlichste Rollen schlüpft, sondern auch ein musikalischer Hochgenuss. Das Notos Quartett gilt als eine der herausragendsten Kammermusikformationen der Gegenwart, mit virtuoser Brillanz und technischer Perfektion. Das absolut Außergewöhnliche und Einzigartige ist das Zusammenspiel dieser beiden Kunstrichtungen. Sprache und Musik, die sofort berührt. Ein leidenschaftlicher Abend der Extraklasse mit dem vielmals ausgezeichneten Notos Quartett.
Programmdauer: 90 Minuten (mit Pause)
Musikalische Begleitung: Notos Quartett
Darstellerin: Gerit Kling
"EIN THEATERABEND VON ELKE HEIDENREICH"
Teil 1 - “Die schönsten Jahre oder vom Glück und Unglück der Liebe”
Obwohl jedes Treffen in einem Eklat endet, besucht Nina ihre Mutter immer wieder. Eine Besserung der Beziehung scheint nicht in Sicht. Und nun will Ninas Mutter plötzlich mit auf die Reise nach Italien. Ausgerechnet jetzt, wo Nina gerade frisch verliebt ist - in eine Frau. So etwas kann man seiner Mutter doch nicht erklären. Oder? Elke Heidenreich erzählt von dem Verhältnis zwischen Mutter und Tochter, von Geheimnissen zwischen Freundinnen, die unerwartet ans Licht kommen, und von schlechten und von schönsten Jahren.
Eine szenische Lesung voller bissigem Witz und großer emotionaler Stärke.
Teil 2 - “Erika oder der verborgene Sinn des Lebens”
Manchmal weiß man so gar nicht mehr, wo man hingehört im Leben. So wie Betty, die vor den Feiertagen Bilanz zieht: "Es war, als hätte ich zu leben vergessen." Wie ein riesiges Plüschschwein namens Erika dem Leben wieder einen, wenn auch verborgenen, Sinn gibt, erzählt Elke Heidenreich in einer ihrer schönsten Geschichten.
Erstmalig hat Gerit Kling beide Geschichten miteinander verbunden und lässt sie zu einem erlebnisreichen, berührenden und literarischen Erlebnis werden. Ein ganz besonderer Theaterabend.
Programmdauer: Beide Geschichten je 50 Minuten (mit Pause). Die Geschichten sind getrennt buchbar.
Musikalische Begleitung: vom Band
Darstellerin: Gerit Kling