Michael Mendl - © Mike Kraus 6-q

© Mike Kraus

Michael
Mendl

Vita

Michael Mendl zählt zu den gefragtesten Darstellern im deutschsprachigen Raum, seine Charakterstudien haben über 200 Film- und Fernsehproduktionen geprägt. Nach seiner Ausbildung an der Folkwang Universität der Künste war der 1944 in Lünen geborene Schauspieler lange Zeit am Theater engagiert, u. a. in Darmstadt, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und München. Erst mit 45 Jahren entdeckten ihn Film und Fernsehen. 1989 spielte er seine erste Hauptrolle im Ludwigshafener Tatort Die Neue. Sein Kinofilmdebüt hatte Mendl in Leise Schatten, der 1992 mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet wurde. Für 14 Tage lebenslänglich bekam er 1997 den Deutschen Filmpreis und 1998 den Bayerischen Filmpreis, für seine Rolle als Willy Brandt in Im Schatten der Macht (2004) die Goldene Kamera. Kinofilme wie  Kleine Haie (1992), Schlafes Bruder (1995), Soweit die Füße tragen (2001), Der Untergang (2004), Barfuß (2005) und Fritz Lang (2016) oder TV-Produktionen wie Das Schwein - Eine deutsche Karriere (1995), Andrea und Marie (1998), Deutschlandspiel (2000), Kelly Bastian - die Geschichte einer Hoffnung (2001), Karol Wojtyla - Die Geheimnisse eines Papstes (2006), Die Gustloff (2008), Der Besuch der alten Dame (2008), Die Holzbaronin (2012), Krokodil (2013), die Netflix-Serie Dark (2016-19) und Die Toten von Marnow (2019) gehören zu seinem künstlerischen Schaffen genauso wie Lesungen, Hörbücher, Synchron, Musik und sein eigenes Theaterfestival in Zeitz (seit 2019). Sozial engagiert sich der dreifache Vater u.a. für „Faszination Regenwald“ und „Gegen Noma-Parmed e.V.“. 

Michael Mendl - © Manfred Baumann 4-h2

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PROGRAMME

Michael Mendl - Foto Manfred Baumann 5-q

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„DAS MUSCHELESSEN“

Ein Berg Muscheln steht im Mittelpunkt dieser zeitlos kraftvollen Erzählung. In der Küche ist zum Abendessen gedeckt, nur einer fehlt: der Vater und Patriarch, der die Familie nach seiner Vorstellung mit Zucht und Strenge zusammenhält. Frau und Kinder sitzen bereits zu Tisch. Und je länger sie warten, desto freier fühlen sie sich, in seiner Abwesenheit aufzubegehren. Denn der Abend hatte schon falsch angefangen - außer dem Vater mag niemand von ihnen Muscheln.

Mit ungestümer Erzählkraft und unverkennbarem Stil seziert Birgit Vanderbeke den erdrückenden Geist der späten Nachkriegsjahre und schafft damit ein Stück Literatur, das über 30 Jahre nach seinem Erscheinen fest zum Kanon der deutschen Gegenwartsliteratur gehört. Mit einem Auszug daraus betrat Birgit Vanderbecke 1990 als junge Autorin erstmals die literarische Bühne und wurde dafür in Klagenfurt mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

„Am Ende der Erzählung wandert ein ideologischer Grundpfeiler des Bürgertums auf den Müll: die Idee der Familie. Das Idyll der Geborgenheit und Sicherheit erweist sich als Mischung aus Heiliger Inquisition, Sträflingsgaleere und Gummizelle.“ (die tageszeitung)

Der virtuose Charakterdarsteller Michael Mendl liest und spielt alle Rollen.

Programmdauer: 90 Minuten das gesamte Buch (ohne Pause)
Darsteller: Michael Mendl

„SUSHI FÜR PAUL“

Sie befragen das ›I Ging‹, versuchen es mit dem Buddhismus, suchen ihr Glück bei Sushi-Dinners oder in Hollywood. In ihrem Buch „Samsara“ porträtiert Doris Dörries in
15 tragisch-komischen Erzählungen eine Mittvierziger-Generation, die angetreten war,  in Liebe, Familie, Beruf alles so viel toleranter, cooler, besser zu machen als ihre Eltern. Geschichten über Gestern und Heute, die gar nicht so weit auseinanderliegen, wie wir oft glauben.

Eine davon ist „Sushi für Paul“: „Ich hasse die Minuten bevor die Gäste kommen, wenn ich in meiner eigenen Wohnung sinnlos auf und ab gehe wie ein Tier im Käfig, mir nichts mehr wünsche, als dass sie nicht kommen mögen, mich plötzlich danach sehne, mich im Pyjama mit einem Butterbrot in der Hand auf den Teppich zu legen und fernzusehen …“, zitiert, nein spielt Michael Mendl Dörries Paul.

Programmdauer: 65 Minuten (ohne Pause)
Darsteller: Michael Mendl

„SCHISCHYPHUSCH ODER DER KELLNER MEINES ONKELS“

Die Kurzgeschichte gehört zu den ungewöhnlich heiteren und humorvollen Texten des deutschen Schriftstellers Wolfgang Borchert und ist wohl seine rührendste Erzählung.

Aus der Sicht eines kleinen Jungen wird die Begegnung zweier ganz unterschiedlicher Menschen geschildert, die lediglich eine Gemeinsamkeit haben: Beide lispeln. Der Sprechfehler führt anfänglich zu Missverständnissen, später jedoch zur Verständigung und Freundschaft der beiden Leidensgenossen. Der Titel nimmt Bezug auf die griechische Mythengestalt Sisyphus, die sowohl den Spitznamen eines Kellners angeregt hat als auch sein Schicksal versinnbildlicht.

Programmdauer: 70 Minuten (ohne Pause)
Darsteller: Michael Mendl

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„ANACONDA – GESCHICHTEN VON LIEBE, IRRSINN UND TOD“

Horacio Quirogas Geschichten mit ihrer Mischung aus Wirklichkeit und Phantasie und ihrer tiefen erzählerischen Leidenschaft sind spannend wie sein Leben und bunt wie der Urwald, in dem er viele Jahre seines Lebens verbracht hat. Das tragisch umflorte Leben des uruguayischen Schriftstellers, gesäumt von Unglücksfällen und zahlreichen Selbstmorden (auch er wählte den Freitod), spiegelt sich in seinem düsteren Werk: Ein Getriebener verfängt sich im Schattenreich aus Fieber und Hitze, Wahnsinn und Albträumen.

Lassen Sie sich von der wunderbaren Erzählweise des Schauspielers Michael Mendl in eine fremde schöne Welt entführen.

Warum „Anaconda“? „Horacio Quiroga kenne ich schon lange, weil ich ein wunderbares Buch von ihm habe. Als ich den Titel „Anaconda - Geschichten von Liebe, Wahnsinn und Tod“ in der Buchhandlung entdeckte, war ich sofort neugierig. „Anaconda“ ist für mich eine Lieblingsgeschichte, weil es darin um den Aufstand der Schlangen im Urwald geht, die sich gegen die Gesellschaft auflehnen. Es ist quasi ein Gleichnis auf die menschliche Gesellschaft. Die Schlangen werden beschrieben wie menschliche Charaktere. Ich frage gern im Untertitel: Sind Schlangen Menschen oder Menschen Schlangen?“

Programmdauer: 90 Minuten die gesamte Erzählung (ohne Pause)
Darsteller: Michael Mendl

„DER GROSSINQUISITOR“

Dostojewskijs Großinquisitor ist einer der tiefsten und einflussreichsten Texte der Weltliteratur. Der unter seinem Unglauben leidende Atheist Iwan Karamasow erzählt in Dostojewskijs Roman "Die Brüder Karamasow" seinem Bruder diese bestürzende Parabel: Christus, der den Menschen die Freiheit bringen wollte, kehrt ins Spanien der Inquisition zurück und wird vom Großinquisitor gefangen genommen. In einem eindrucksvollen Monolog behauptet dieser, dass die Menschen für die Freiheit, für die Jesus eintritt, nicht geschaffen sind. Die wahre Erlösung des Menschen bestünde darin, ihm die Last der Freiheit abzunehmen, ihn unfrei aber glücklich zu machen. So bleibt ihm scheinbar nur eine Möglichkeit: Jesus soll auf dem Scheiterhaufen brennen. Die verführerische Argumentation des Kardinals, die stumme Antwort Christi, die Entgegnung von Iwans Bruder: All das berührt bis heute Fragen des Glaubens, der Ethik und der Politik.

Michael Mendl gehört zu den beliebtesten und vielseitigsten Schauspielern in Deutschland. Er hat 2013 die Hörbuch-CD eingelesen und ist ein Garant für einen Abend, den man nicht vergisst.

Programmdauer: 65 Minuten (ohne Pause)
Darsteller: Michael Mendl

WEIHNACHTSPROGRAMM

„WEIHNACHTEN BEI DEN BUDDENBROOKS“

Wie ein Märchen fängt es an, das Weihnachtsfest der Buddenbrooks, das Thomas Mann so sprachgewaltig in seinem Epos beschreibt, das er im Alter von 22 Jahren begann, mit 25 Jahren 1901 beendete und für das er 1929 sogar den Literaturnobelpreis erhielt.
Im 8. Teil seines Werks schildert Mann das letzte Weihnachtsfest, das 1870 im Haus der Buddenbrooks in der Lübecker Mengstraße gefeiert wird. Die vielbeschworene „inbrünstige Fröhlichkeit“ währt nicht lange bei den Buddenbrooks, denn es ist der Glanz im Untergang, da der Verfall und Niedergang des hanseatischen Kaufmannsgeschlechts zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten ist …

Am 24. Dezember empfängt die Konsulin Buddenbrook ihre Gäste. Ein riesiger Tannenbaum, wundervoll geschmückt mit Silberflitter und einem Engel an der Spitze, erfüllt den großen Saal mit seinem Duft. Ein Fest für die ganze Familie, vor allem aber für den kleinen Hanno, dem Jüngsten der Lübecker Kaufmannsfamilie, der pochenden Herzens „das Nahen der unvergleichlichen Zeit“ herbeisehnt. Wird sein größter Wunsch erfüllt werden?

Michael Mendl macht das berühmte Weihnachtskapitel aus dem Nobelpreis-Roman zu einem einzigartigen stimmgewaltigen Kammerspiel.

Programmdauer: 60 Minuten (ohne Pause, auf Wunsch mit musikalischer Begleitung)
Darsteller: Michael Mendl

Echte Unterhaltung
auf Ihrer Bühne.