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Michael
von Au

Vita

Michael von Au wurde 1964 in Berlin geboren, wo er später, von 1984-87, ein Schauspielstudium bei Maria Körber und Hilde Hessmann absolvierte. Seine Karriere begann an der Komödie am Kurfürstendamm mit dem Stück Endlich allein. 1988 engagierte ihn Intendant Dieter Dorn an die Münchner Kammerspiele. 2001 wechselte von Au mit Dorn an das Bayerische Staatsschauspiel. Neben allen Klassikern, die er bis 2011 am Residenztheater spielte, herausragend Die Au-Schau und Die Au Mann Schau - spontan aber herzlich mit dem Schauspieler und Sänger als Hauptdarsteller und Regisseur. Theaterengagements führten ihn u.a. ans Wiener Theater in der Josefstadt (zuletzt die Doppelvorstellung Glückliche Tage/Herzliches Beileid, 2023) und die Salzburger Festspiele, ans Schauspielhaus Bochum, ans Nationaltheater Mannheim, ans Staatstheater Stuttgart, ans Frankfurter Fritz Rémond Theater, ans Berliner Renaissance-Theater und Schlosspark Theater, an die Hamburger Kammerspiele sowie die Komödie im Bayerischen Hof mit Schwiegermutter und andere Bosheiten (2020) und Die Liebe Geld (2021). Für bedeutendes künstlerischen Wirken erhielt von Au den Bayerischen Kulturpreis (2017). Neben seiner Theaterarbeit begann 1984 seine Fernsehkarriere: u.a. in der Serie Samt und Seide (1999-2002), den Filmerfolgen Keiner liebt mich (1994), Honigmond (1995) und Wer küsst schon einen Leguan? (2003) und vielen Gastrollen in den Reihen Der Alte, Tatort, SOKO München, Siska, Watzmann ermittelt, WaPo Bodensee, ein Fall für Zwei, die Bergretter und Hubert ohne Staller. Michael von Au führt auch Theaterregie (u.a. Extrawurst in der Komödie im Bayerischen Hof, 2022 und Nur ein Tag im Schlosstheater Neuwied, 2024) und lebt in München.

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PROGRAMME

„DER KLEINE KÖNIG DEZEMBER“

Die Kindheit liegt am Ende des Lebens. Ob das gut ist? Das muss der kleine König Dezember selber sagen. Man kann ihn alles Mögliche fragen. Kann mit ihm auf dem Balkon liegen und die Sterne anschauen und über Unsterblichkeit reden. Kann die Schachteln anschauen, in denen er seine Träume aufbewahrt. Oder man geht mit ihm durch die Straßen und sieht, was man noch nie gesehen hat. Das ist sehr schön.

Der Erzähler dieser kleinen Geschichte ist ein ganz normaler "Insbürogeher" und nicht selten von einer Traurigkeit übermannt, die ihn manches Mal nahezu lähmt. Der Alltag - die Realität - lässt bei Erwachsenen aus verschiedensten Gründen so oft kaum mehr Platz für Fantasie, wie sie den Kindern noch so sehr zu eigen ist. Eines Tages aber bekommt der Erzähler Besuch vom kleinen König Dezember II. Dieser ist nur fingergroß und liebt es, an Gummibärchen zu knabbern. Und er kommt mit so viel Fantasie und Weisheit im Gepäck daher, dass die Unterhaltung zwischen den beiden sehr oft staunen lässt. In der Welt des kleinen Königs wird man groß geboren, kann und weiß alles, kann rechnen und schreiben. Und man wird mit zunehmendem Alter immer kleiner. Dann vergisst man auch mal, wie Dinge heißen oder funktionieren, aber man hat so viel Freude am Dasein. Und irgendwann verschwindet man einfach. Oder anders: Man wird Eins mit dem All ... und ist demnach überall.

Axel Hackes zauberhafte Geschichte vom kleinen König Dezember ist mittlerweile ein Klassiker. Liebevoll erzählt, mit viel Stoff zum Nachdenken und Philosophieren und besonders anrührend gelesen von dem wunderbaren Schauspieler Michael von Au.

Programmdauer: 60 Minuten (ohne Pause)                                Darsteller: Michael von Au

„EMPFÄNGER UNBEKANNT“

„Man darf über diese Geschichte nicht sprechen – zumindest nicht mit denen, die sie noch nicht gelesen haben!“, heißt es über diesen 1938 erstmals veröffentlichten Briefroman, der die dramatische Entwicklung einer Freundschaft schildert, die sich angesichts der immer schwierigeren politischen Situation unter Beweis stellen muss.

In 18 Briefen und einem Telegramm erzählt „Empfänger unbekannt“ von zwei Freunden, Martin Schulse und Max Eisenstein, die Anfang des 20. Jahrhunderts zusammen sehr erfolgreich eine Kunstgalerie in San Francisco betreiben. 1932 kehrt Martin nach Deutschland zurück, der jüdische Geschäftsmann Max bleibt in Amerika und die beiden beginnen eine zunächst innige Korrespondenz. Bis Hitlers Machtergreifung den Anfang vom schleichenden Ende einer tiefen Freundschaft markiert. Als Eisenstein versucht, seine Schwester in Deutschland zu kontaktieren, seine Briefe aber mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“ zurückgeschickt werden, bittet er seinen alten Freund um Hilfe. Schulse findet sich in einer Zwickmühle aus Verantwortung und ideologischer Verblendung wieder und trifft eine verhängnisvolle Entscheidung.

Der Briefroman „Address Unknown“ von Kathrine Kressmann Taylor (1903-1996) erschien 1938 in der New Yorker Zeitschrift Story. Die Autorin, die von 1926 bis 1928 als Werbetexterin gearbeitet hatte, war bis dahin unbekannt. Der Roman, so berichtete sie später, beruhe auf mehreren wahren Briefen. Der so bescheiden daherkommende Briefwechsel entpuppt sich als ein großes Drama von erzähltechnischer Raffinesse – mit überraschendem Ausgang. Und zeigt parabelhaft, wie das zersetzende Gift des Totalitarismus die Menschen innerlich und äußerlich zerstört. „Was heute anderen widerfährt, kann morgen dir passieren“, lautet die Botschaft der ehemals besten Freunde Max und Martin, die sich an diesem Abend, gespielt von Michael von Au und Stefan Wilkening, auf immer verlieren.

100 eindringliche, aufrüttelnde Minuten von Kathrine Kressman Taylor, in der Theaterfassung von Heidi Zernig.

Programmdauer: 100 Minuten (ohne Pause)                                                    Darsteller: Michael von Au und Stefan Wilkening

Echte Unterhaltung
auf Ihrer Bühne.